Brunnengasse 20, 64743 Beerfelden, Tel:06068 1315,  Fax: 47632

ERGER

GÄRTNEREI

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seit 1899

 

Eine Familien und Firmengeschichte

 

                                                    

 

             Wilhelm Berger, Geschäftsgründer

 

 

 

 

 

1872 kam Wilhelm Berger als erster

Sohn des Schlossermeisters Adam

Berger und dessen Frau Katharina geb. Ihrig in Beerfelden

zur Welt. Er war eines von fünf Kindern.

Wie es die Tradition des Elternhauses verlangte,

erlernte er den Beruf des Schlossers und arbeitete in einer

Waggonfabrik in Mainz. Aber bald litt er unter einer

Erkrankung der Atemwege, und seine Ärzte rieten ihm, einen

anderen Beruf zu suchen, wo er bei guter Luft in der

Natur arbeiten konnte. So stieg er, mit großer Freude,

in den Gärtnerberuf ein und erhielt an der Bergstraße im

Auerbacher Fürstenlager eine gute Ausbildung, die er nach

seiner Gesellenwanderung durch ganz Deutschland mit

dem Meisterbrief abschloß.Er ließ sich wieder in

Beerfelden nieder und gründete am 14.8.1899, als

Siebenund-zwanzigjähriger, in der Hirschhorner Straße

die "Kunst- und Handelsgärtnerei Wilhelm Berger", ein Geschäft für Blumen- und Kranzbinderei, Pflanzen, Samen, Wein und vieles mehr. Nun fehlte ihm eine tüchtige Frau an seiner Seite. 1902 heiratete er die gleichaltrige Katharina Rauhenzahner.

Der Vater war früh verwitwet und hatte Katharina und ihre Schwester allein aufgezogen. Er ernährte seine Familie mit einer kleinen Land-wirtschaft, die aber kaum das nötigste abwarf, so wie es damals bei vielen im Odenwald war.

Seine Briefe verraten einen nicht ungebildeten, sorgsamen und frommen Mann, der trotz aller Widrigkeiten Ordnung hielt und nicht den Mut verlor. Früh ging Katharina als Älteste "in Stellung", sie wurde Hausmädchen bei einer wohlsituierten Familie in Mannheim, und unterstützte mit ihrem Lohn die Ihrigen zuhause. Zur Sommerfrische wurde sie in die Schweiz mitgenommen, wohl die einzige Reise ihres Lebens, die unauslöschliche Erinnerungen an die Berge hinterließ.

1903 und 1904 kamen die beiden Söhne Heinrich und Ludwig zur Welt. Das Geschäft entwickelte sich zufriedenstellend, und so konnte man 1904 das zentral gelegene Anwesen Brunnengasse 18, direkt an der Mümlingquelle erwerben, bis heute Stammplatz des Familienbetriebes. Die "Samenhandlung und Gärtnerei" bestand zunächst aus zwei kleinen Gewächshäusern, Früh- und Freibeeten und einem Laden-geschäft.

Ein kleiner Stall für eigenes Vieh und Geflügel war selbstverständlich. Wilhelm war weltoffen und ein weitsichtiger und vorwärtsstrebender Mann, dabei Gärtner durch und durch. Bei seiner eher vorsichtigen, aber tüchtigen und frommen Ehefrau fand er tatkräftige Unterstützung. Auch ein fast existenzbedrohendes Ereignis wurde gemeinsam gemeistert. Als im Frühjahr der neu angelegte Garten am Hang hinterm Haus fertig zur ersten Einsaat war, wurde durch ein heftiges Unwetter die ganze Muttererde auf die Straße herabgeschwemmt. Was half´s ! Das Ehepaar machte sich mit Schaufeln und Körben an die Arbeit und trug alles wieder hinauf, um bald danach an die Aussaat zu gehen. Wenig später erwarb man einen Acker "In der Krebsklinge", wo unter anderem Gurkenfrühbeete und zwei Gewächshäuser mit einem Kesselhaus für die Heizung entstanden. Dies war der Beginn der noch heute bestehenden Zweiteilung des Betriebs in ein Ladengeschäft in zentraler Lage und einen Gartenbaubetrieb in grüner Umgebung.