Beispielhaft im Dienst der Bienen

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NATURSCHUTZ Staatssekretärin besucht Beerfelder Gärtnerei Berger, die sich intensiv ums Wohl der Insekten bemüht

BEERFELDEN – Einen echten Traditionsbetrieb hatte sich Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser vom hessischen Ministerium für Umweltschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz für ihren Besuch im Zuge der Aktionswoche „Bienenfreundliches Hessen“ ausgewählt: Die Gärtnerei Berger in Beerfelden besteht seit 1898 als Familienunternehmen, inzwischen in der vierten Generation geführt von André Berger.

Allerdings ging es diesmal weniger um die eindrucksvolle Geschichte des Betriebs, als vielmehr um dessen ökologisches Engagement und den Einsatz für die Bienen: Die Gärtnerei Berger hat, so betont das Ministerium, als einer der ersten Betriebe in Hessen die Produktion von Zierpflanzen komplett auf Bioproduktion umgestellt und wurde dafür mit dem „Zukunftspreis Gartenbau des Landes Hessen 2015“ ausgezeichnet. Damit stehe die Beerfelder Firma beispielhaft für bienenfreundlichen Gartenbau. „Bienen sichern Artenvielfalt und damit unsere Lebensgrundlage. Darum müssen wir sie schützen“, sagte Tappeser und betonte, dass jeder Bürger dazu beitragen könne.

Beim Anbau wird auf Pestizide verzichtet

Die Gärtnerei Berger ist in dieser Hinsicht schon weit: Als Mitglied des Gartenbauverbandes Baden-Württemberg-Hessen, einer der Partner der landesweiten Kampagne, verzichtet sie auf Pestizide beim Obst-, Gemüse- und Blumenanbau. Die Gärtnerei hat zusätzliche Blühflächen angelegt und auf zwei Hektar Fläche die Bienen-Pflanze „Sida hermaphrodita“ oder „Virginiamalve“ ausgepflanzt. Mit dieser Energiepflanze – oder mit Holzhackschnitzeln – läuft die Heizung für die Gewächshäuser. Sämtliche Pflanzenerde wird überdies in Mieten mit Anteilen von Schaf- und Pferdemist sowie Holzkohle nach entsprechender Lagerung selbst hergestellt.

Ein Bild von alldem machten sich neben der Besucherin aus Wiesbaden unter anderem Beerfeldens Bürgermeister Gottfried Görig und Landrat Frank Matiaske. Auch Vorsitzender Dieter Berg vom Imkerverein Beerfelden war gekommen, mit dem André Berger eine enge Zusammenarbeit pflegt. So achtet der Gärtnereichef beim Bestellen seiner verschiedenen Felder darauf, dass auf Freiflächen immer blühende Sträucher und Blumen angepflanzt werden, um Bienen und anderen bestäubenden Insekten genügend Nahrung anzubieten.

Auch der Kundschaft empfiehlt die Gärtnerei den Kauf bienenfreundlicher Pflanzen. Denn, so Berger: „Es muss ein Umdenken stattfinden und da gibt es noch viel zu lernen. Von Frühjahr bis Herbst sollte für die Bienen immer etwas blühen.“

Durch den weltweiten Einsatz von Pestiziden hat der Bestand an allen bestäubenden Insekten stark abgenommen, die Rede ist mitunter von bis zu 90 Prozent. Vor diesem Hintergrund startete das Umweltministerium im März die Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“, um Nahrung und Lebensraum für bestäubende Insekten in Hessen zurückzugewinnen. Schon damals hatte Berger im Zuge einer Informationsveranstaltung in seiner Gärtnerei erläutert, wie auf kleinstem Raum im Garten oder auf dem Balkon bienenfreundliche Pflanzen und Blumen gedeihen können und welche Blumen von den Insekten bevorzugt werden.

Weitere Einblicke können Interessierte auch im Imkergarten von Dieter Berg gewinnen, wo zu diesem Zweck ein Lehrpfad angelegt wurde. Dort sollen insbesondere Schulklassen und Kindergartenkinder früh erfahren, was die Bienen zum Leben brauchen. Um den Pfad zu erweitern, erhielt Berg nun ein weiteres Pflanzensortiment als Geschenk aus der Gärtnerei. „Imker und Gartenbau arbeiten hier Hand in Hand, um die Lebensbedingungen für Bienen und andere bestäubende Insekten zu verbessern. Das ist ein beispielhaftes Kooperationsprojekt“, lobte Tappeser.

Auch Bürgermeister Görig zeigte sich angetan und attestierte Berg ein beispielhaftes Vorgehen: In Beerfeldens Kernstadt sind auf Betreiben des Imkers Blühflächen entstanden, denen hoffentlich noch viele weitere folgen, so der Verwaltungschef.

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